9/03/2012

Ein Bild wie ein überweites Hemd tragen

Da Mode von außen und von innen operiert, ein Kleidungsstück neben seinen schützenden und auszeichnenden Funktionen einen konstruierten Raum bildet, ist Aussehen hier nicht das einzige Kriterium. Den Kopf beispielsweise buchstäblich durch ein gemaltes Bild stecken, es wie ein überweites Hemd tragen, Flecken auf dem T-Shirt zu Mustern werden lassen, könnte man als Unternehmungen ins Größere zu übersiedeln verstehen, von der Nische in die Welt, vom Konkreten ins Abstrakte.
  Den Praktiken Mode und Kunst ist gemeinsam, die spezielle Fähigkeit soziale Beziehungen nicht nur festzuhalten, sondern auch zu begründen. Bildliche Abstraktion ist in Stoffmustern schon immer auf selbstverständliche Weise anwesend, lange bevor sie in der Kunst erfunden wurde. Genauso ist Textilgestaltern bewusst, dass Abstraktion von Natur aus unmittelbar dekorativ wirkt. Fläche (wie Leinwand) und Hülle (wie Kleidungsstück) werden durch dessinartige Motive als Assoziationsgründe aktiviert. Dort findet sich nämlich etwas, das für Malerei essenziell ist: die Verstrickung der Welten außerhalb und innerhalb eines Bildes.
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Because fashion operates from outside and from inside simultaneously, because a garment can protect you, can adorn you, mark you and provides you constructed space, therefor looks are not the only criteria here. Literally sticking ones head through a painting, wearing it like an oversized shirt, making stains become a pattern on a T-shirt, might become attempts to relocate a trivial act into a larger context; from the niche into the world, from the concrete into the abstract.
     What art and fashion have in common, is the qualification to simultaneously picture and found social relationships. Abstraction has always been around in textile patterns naturally, long before it was invented in the field of art. Surface (such as canvas) and cover (such as garment) become blank slates for associations, activated through pattern-like motifs. There we find something essential to painting: the involvement of the spheres within and beyond the screen.